Nutzungsrechte

Vertragsrecht

Nutzungsrechte

Auch bekannt als: Lizenzrechte, Content Usage Rights, Verwertungsrechte

ASGeprüft von Aaron Schmidt

Nutzungsrechte

Nutzungsrechte sind die vertraglich eingeräumten Rechte einer Brand (oder eines Auftraggebers), Content eines Creators zu nutzen. Das Urheberrecht selbst bleibt im deutschen Rechtssystem grundsätzlich beim Schöpfer des Werks — übertragen werden nur Lizenzen für klar definierte Zwecke, Kanäle und Zeiträume.

Die Pflicht zur vertraglichen Regelung ergibt sich aus §31 UrhG. Ohne eine schriftliche Lizenzvereinbarung greift die Zweckübertragungsregel (§31 Abs. 5 UrhG), die im Zweifel zu Gunsten des Urhebers (also des Creators) entscheidet.

Die Zweckübertragungsregel

Wird zwischen Creator und Brand nur vereinbart, dass ein Beitrag auf dem Instagram-Kanal des Creators veröffentlicht wird, darf die Brand denselben Content nicht ohne weiteres auf ihrem eigenen Kanal reposten, in eine Paid-Ad-Kampagne übernehmen oder in Print-Material verwenden. Jede dieser Verwendungen geht über den vereinbarten Zweck hinaus und ist damit ohne separate Lizenz nicht gedeckt.

Was eine vollständige Lizenz typischerweise regelt

  • Inhalt: Welche konkreten Assets (Foto, Reel, Story, Voiceover) sind erfasst
  • Kanäle: Auf welchen Plattformen darf die Brand den Content nutzen (Instagram-Repost, Website, Paid-Ads, Print)
  • Zeitraum: Wie lange (z. B. 6 Monate, 12 Monate, unbefristet)
  • Geografie: Worldwide oder beschränkt (DACH, EU)
  • Bearbeitung: Darf der Content geschnitten, gekürzt, mit Logo überlagert werden
  • Exklusivität: Darf der Creator denselben Content auch für Wettbewerber verwerten
  • Sub-Lizenzierung: Darf die Brand das Material an Partner weitergeben (Agentur, Reseller)

Paid-Ads und Spark Ads

Die Verwertung über Meta-Ads-Manager oder TikTok Spark Ads (siehe spark-ads) ist eine separate Nutzungsart und sollte explizit vertraglich aufgeführt sein. Allow-Listing eines TikTok-Posts ist nicht durch eine reine „Posting"-Lizenz abgedeckt.

Haftungsfalle für Brands

Selbst die bloße Nennung des Creators im Repost ersetzt keine Lizenz. Wird Content ohne ausreichende Lizenz auf Brand-Kanälen verwertet, riskiert die Brand Unterlassungsansprüche, Schadensersatz und Reputationsverlust.

Quellen

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